UNGEBETENE GÄSTE
Ausstattung
Theater/Installation | Eine Spurensuche von DARUM | Werk X- Petersplatz – Zentralfriedhof | Wien | 2019
nominiert für den Nestroy 2019 in der Kategorie Spezialpreis

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“Ca. 500 Menschen werden jährlich in Wien im Rahmen „einsamer Begräbnisse“ ohne die Anwesenheit Angehöriger bestattet. Wer waren diese Menschen? Was haben sie gemacht – und was gemocht? Woran haben sie geglaubt? Waren sie überhaupt einsam? Und wie können wir uns einem Menschen nähern, den wir nie kennenlernen konnten? Ausgehend von der Überzeugung, dass jeder Mensch ein Fortbestehen in Form einer Fiktion verdient hat, begibt sich das Kollektiv DARUM auf Spurensuche. Beginnend in den Theaterräumlichkeiten des WERK X-Petersplatz, bringt eine Busfahrt durch Wien das Publikum vom Zentrum an den Stadtrand, welcher die Randerscheinung der „einsam Begrabenen“ topographisch widerspiegelt. In fünf einzigartigen und einmalig zur Aufführung gelangenden Vorstellungen führt ,Ungebetene Gäste‘ so das Publikum in einer Bewegung durch die Stadt und stellt die Verstorbenen selbst in den Mittelpunkt. Ein Projekt an der Schnittstelle von Performance, Raum- und Aktionskunst über Einsamkeit, Tod und die Undurchdringbarkeit menschlicher Existenzen.” (DARUM)

 

Der Tag beginnt im Theaterhaus Werk X – Petersplatz in einer multimedialen Installation. Das Herz dieser ist die vermeintliche Wohnung des/der Verstorbenen. Diese Wohnung wurde in die Garderobenräume des Theaters als Rundgang eingebaut und spielt mit Realität und Fiktion. Der Grundriss der Wohnung, aber auch einige der Möbel und Gegenstände der Wohnung sind reale Fundstücke aus mehreren Wohnungsauflösungen, die von mir 2018 und 2019 besucht wurden. Diese Gegenstände haben zunächst einmal nichts mit den Verstorbenen, denen diese Abende gewidmet sind, zutun. Durch die Neu-Zusammensetzung dieser zusammengesuchten Objekte von verschiedensten Orten und ihre Neu-Kontextualisierung ergeben sie das fiktionale Bild DER Wohnung.

Der Tag endet in der Aufbahrungshalle 2 am Wiener Zentralfriedhof. Hier wurde der Tisch gedeckt für die fiktionale Trauergesellschaft. Jeder Gast findet an seinem Platz ein eigenes Gedeck vor, keines gleicht dem anderen. Die zehn Meter lange Tafel vereint die Haushalte der Einsamen.